Weihnachten funktioniert nicht …

 

Weihnachten ist ein ganz besonderes Fest. Es ist geradezu zu einem Höhepunkt im Jahresablauf geworden.

Doch wir kennen das Phänomen: spätestens am zweiten oder dritten Feiertag kracht es in vielen Familien und es kommt zu Konflikten an der Festtagstafel.

Aber wieso?

 

Vielleicht geht es Ihnen ja so ähnlich wie mir…

 

Voller Entsetzen habe ich festgestellt, dass es mit großen Schritten auf den vierten Advent zugeht.

Jetzt heißt es sich noch einmal durch die überfüllte Innenstädte boxen, da natürlich längst noch nicht alle Geschenke beisammen sind. Das geht aber nur an den Tagen, an denen man nicht eh schon total verplant ist: erst Weihnachtsfeier mit den Kollegen, dann noch Vorbereitungen für die Vereinsfeier und am besten noch mit jedem Freundeskreis eine Runde Glühwein auf dem (auch total überfüllten) Weihnachtsmarkt, damit keiner zu kurz kommt.

Haben Sie schon Plätzchen gebacken? Das gehört einfach irgendwie dazu. Bei mir wird es wohl, wie fast jedes Jahr, in einer Nachtschicht enden, damit von Oma, Opa über Tante und Schwiegerpapa alle eine Kleinigkeit pünktlich zum Fest in den Händen halten können.

Vorher muss aber noch ein „Schlachtplan“ erstellt werden: Wer? Wann? Wo? 3 Tage, 3 Familien und mehrere hundert Kilometer dazwischen.

Letztendlich sind wir dann schon vor dem eigentlich Fest von dem so oft beklagten vorweihnachtlichen Stress und der Hektik total platt.

Dabei warten jetzt noch die wirklichen Stolpersteine für den Familienfrieden.

Alle sind zum Fest eingeladen, um niemand vor den Kopf zu stoßen. So treffen dann einmal im Jahr Verwandte und Bekannte aufeinander, die sich seit Jahren nicht so grün sind. Und da ja nun endlich alle beisammen sind, sollten auch gleich mal wirklich wichtige Dinge besprochen werden, die sich über das Jahr angestaut haben.

Da sitzt man also drei Tage aufeinander, den Bauch schwanger von Gans und Klößen und dann kommen die Klassiker: „Bist du immer noch nicht mit deinem Examen fertig?“ oder „Wann kriegen wir denn nun endlich ein Enkelkind“ alternativ beliebt sind Themen der Kindererziehung oder Politik.

Der bereits brodelnde Kessel, läuft nun über…

 

Wie können wir es schaffen uns den weihnachtlichen Zauber zu behalten?

Problematisch sind unsere Erwartungen und Wunschvorstellung, die wenig mit der Realität zu tun haben, sowie unser Pflichtgefühl Traditionen und Rituale einhalten zu müssen.

Wir können nicht auf Knopfdruck Liebe, Glück und Harmonie herstellen.

Wenn die Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern schon das ganze Jahr nicht gut läuft, das Konfliktpotenzial sowieso schon hoch ist, dann wird sich daran, nur weil Weihnachten ist, nichts ändern.

Wir sollten nicht erwarten, dass zwei Streithähne sich plötzlich zu Weihnachten versöhnen.

Auf Kommando Konflikte beiliegen und den anderen lieben, wird nicht funktionieren.

Woran wir aber arbeiten können, ist unsere Toleranz und Gelassenheit.

 

Wir sollen uns trauen, aus Traditionen auszubrechen!

Unsere Wunschvorstellungen sind geprägt durch Rituale und idealisierte Bilder.

Schnell fallen wir im Kreise der Familie in alte Rollenmuster.

Vielleicht muss es dieses Jahr aber nicht der aufwendige Braten sein, der dann schwer im Magen liegt. Bei einem kalten Buffet kann jeder das beisteuern, was ihm beliebt und die Arbeitslast wird aufgeteilt. Oder man verzichtet auf jeglichen Vorbereitungsstress und lässt sich außer Haus bedienen.

 

Freiräume schaffen und akzeptieren!

Zudem sollten wir uns selbst Freiräume schaffen und den Freiraum anderer respektieren. Wer nicht kommen will, der sollte auch nicht gezwungen werden. Tagelang in so großer Nähe Zeit mit Menschen zu verbringen, kann ungewohnt sein. Selbst Paare verbringen selten so viele Stunden am Stück miteinander.

Daher sollte es die Möglichkeit geben, sich auch mal für einige Zeit zurückzuziehen: eine Stunde an der frischen Luft oder in Ruhe ein Buch lesen, macht uns wieder fit für die Familienkommunikation.

Wer sagt auch, dass man die meiste Zeit aufeinanderhocken muss. Mit gemeinsamen Aktivitäten ob nun Spielen oder Spazierengehen können Grundsatzdiskussionen aufgrund mangelnden Gesprächsstoffs clever umschifft werden.

 

Wir müssen uns freimachen von unseren eigenen Erwartungen und Pflichtgefühlen.

Es geht darum, Weihnachten so gestalten, wie wir es möchten.

Und wenn das heißt Weihnachten fernab der Familie auf einer Insel in der Karibik zu verbringen, warum soll das dann nicht möglich sein?! Vielleicht kommt gerade dann Weihnachtsstimmung auf, da wir uns Ruhe gönnen und Zeit nehmen für uns und unsere Liebsten.

Gestalten Sie aktiv Ihr Weihnachtsfest, am besten nicht nur am 24. Dezember!

 

 

Weihnachtliche Grüße

Ihr PiA-Team

 

 

Aline Kniestedt

Verhaltens- und Kommunikationstrainerin, Pädagogin, exzessive Sportlerin da gleichzeitig Schokoladen-Süchtige seit Januar 2015 im PiA-Team tätig

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