3 Gründe, warum Sie nicht jeden Konflikt lösen können

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir selten davon reden, dass „Konflikte gelöst werden“ und auch das Wort „Konfliktlösung“ verwenden wir eher ungern.

Warum?

Grundsätzlich vertreten wir die Meinung, dass alle Konflikte angegangen und bearbeitet werden müssen. Doch müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir jeden Konflikt lösen können. 

Für die erfolgreiche Bearbeitung eines Konfliktes braucht es sowohl bei uns als auch bei unserem Konfliktpartner einige Voraussetzungen.

Nehmen wir dazu das Beispiel einer Teilnehmerin aus einem unserer letzten Seminare.

 Beispiel: Projektleiterin

Sabine ist Projektleiterin. Sie arbeitet sehr strukturiert und gewissenhaft und ist natürlich für die Termineinhaltung und Qualität verantwortlich. Sie arbeitet mit einem jungen Kollegen zusammen. Mit diesem gibt  es immer wieder Konflikte. Sabine findet, dass er seine Aufgaben unzureichend und mangelhaft erledigt. Sie hat ihn mehrmals darauf angesprochen hat, trotzdem gibt es keine Veränderung in seiner Arbeitsweise. Sie ist verärgert, frustriert und weiß nicht weiter. Sie hat das Gefühl, dass ihr Kollege gar keine Lust auf eine Beilegung des Konfliktes hat.

Warum scheint sich der Konflikt in einer Dauerschleife zu bewegen? Warum kann der Konflikt nicht erfolgreich bearbeitet werden, obwohl Sabine bereits den ersten wichtigen Schritt – das Ansprechen des Konflikts – getan hat?

Zusammen  mit Sabine sind wir 3 wichtige Aspekte  durchgegangen, die entscheidenen Einfluss auf eine erfolgreiche Konfliktbewältigung haben.

Lösungsfähigkeit

Ist der Kollege denn überhaupt dazu fähig, die Aufgaben entsprechend Sabines Vorstellungen zu erledigen? Hat er eventuell gar nicht die entsprechende Ausbildung? Hat er nicht gelernt, wie eine spezielle Software verwendet wird oder was es für Qualitätsmerkmale in diesem Projekt gibt?

 

Lösungsmöglichkeit

Fehlen dem Mitarbeiter die Möglichkeiten, Sabines Aufgaben zu erledigen? Es könnte sein, dass er die Lizenzen für entsprechende Software noch nicht freigeschalten bekommen hat? Ist er noch in andere Projekte involviert und kommt daher in Zeitnöte? Fehlt ihm schlichtweg Zeit oder sind die Arbeitsbedingungen schlecht?

 

Lösungsbereitschaft

Der Kollege hat sowohl die entsprechenden Fähigkeiten, als auch die Möglichkeiten und trotzdem hapert es? Dann sollte Sabine sich fragen, ob der Kollege überhaupt ein Interesse daran hat, seine Arbeitsweise zu verbessern und den Konflikt mit Sabine zu lösen.

 

Fazit

In unserem Gespräch versuchte Sabine jeden Punkt so objektiv wie möglich einzuschätzen und sich in ihren Mitarbeiter hineinzuversetzen. Schnell wurde deutlich, dass der junge Kollege in diesem Projekt ein neuen Aufgabenbereich zugewiesen bekommen hat. Zuvor hatte er als Einzelkämpfer vor allem kreative Lösungen erarbeitet. Dort erweist er sich auch als Spezialist. Im Projektmanagement fehlen ihm Erfahrungen und Wissen.

Sabine hat nun eine neue Sichtweise erhalten und kann im nächsten Schritt in einem persönlichen Gespräch den Kollegen darauf ansprechen, inwiefern sie ihn als Projektleiterin beim Aspekt „Fähigkeiten“ unterstützen oder anlernen kann. Gegebenenfalls sollte auch darüber gesprochen werden, inwiefern grundsätzlich ein anderer Aufgabenbereich, der besser zu den Fähigkeiten und Neigungen des Mitarbeiters passt, gefunden werden könnte.

 

Doch was, wenn anders als in diesem Beispiel, man zum Schluss kommen muss, dass unser Gegenüber nicht daran interessiert ist, den Konflikt anzugehen?

Wie wäre es mit „Love It, Change It or Leave It!“?

 

 

Haben Sie ähnliche Erfahrungen wie unsere Teilnehmerin gemacht?

Wie gehen Sie damit um, wenn Ihr Gegenüber nicht am Beilegen des Streits interessiert ist?

Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Anregungen!

 

Ihr PiA-Team!

 

 

 

Ruediger Strohmeyer

Berater und Business Coach, Psychologe aber ohne Sofa, Inhaber von PiA-Consulting

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